Neue Geschäftsführung und neue Attraktionen bei Hemme Milch
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Neue Geschäftsführung und neue Attraktionen
In der bekannten Molkerei und Landwirtschaft Hemme Milch bei Angermünde gibt es Neuigkeiten. Warum sich der Betrieb im doppelten Sinne auf Familie ausrichtet. Von Daniela Windolff
Als Landwirt Gunnar Hemme in den 1990er Jahren aus Niedersachsen in den Osten nach Brandenburg kam, ahnte der Spross einer traditionsreichen Bauernfamilie wohl noch nicht, dass sein Name einmal für eine der bekanntesten regionalen Marken in ganz Brandenburg, Berlin und sogar Mecklenburg-Vorpommern stehen würde. Hemme Milch ist ein Begriff, der auch für Transparenz, Qualitätshandwerk und Nachhaltigkeit steht.
Da er als jüngerer Sohn den elterlichen Hof in der Wedemark nicht erben konnte, aber die Familientradition mit einem eigenen Betrieb weiterführen wollte, suchte er einen geeigneten Standort und entdeckte die Uckermark: landwirtschaftlich geprägt, landschaftlich reizvoll und nah an Berlin. Aus der im Jahr 1998 in Angermünde gegründeten Hofmolkerei mit Haustür-Direktvertrieb und einer Handvoll Mitarbeitern ist heute ein innovatives Unternehmen gewachsen mit rund 50 Angestellten, eigener Landwirtschaft, Biogasanlage, Molkerei, Hofladen, Milchcafé und einem Erlebnisbauernhof für Familien.
Hemme Milch bei Angermünde setzt auf Handwerk und Transparenz
Was über die zweieinhalb Jahrzehnte unverändert blieb, ist das Konzept der handwerklichen Verarbeitung, der geschlossenen Kreisläufe im gesamten Unternehmen und der Transparenz. „Von der Erzeugung des Futters für unsere Milchkühe bis zur Milchtüte, machen wir alles selbst, und das macht unsere Marke Hemme Milch aus“, sagt Gunnar Hemme.
Die Kühe stehen auf den Weiden rund um den Betrieb und im offenen Stall auf dem Gelände. Die frisch gemolkene Milch fließt über ein unterirdisches Leitungssystem nur wenige Meter weit direkt in die Produktionshalle der Molkerei. Sie wird dort verarbeitet, verpackt und im großen Kühl- und Lagerhaus für die Auslieferung vorbereitet.
Hemme Milch Angermünde entwickelt neue Produkte
Hemme beliefert unter anderem Regionalläden in Brandenburg und Berlin, Restaurants, Hotels, Kantinen und Schulen und ist auch bei Supermärkten der Region und Discountern gelistet. Die Produktpalette wurde immer weiter ausgebaut und reicht vom Klassiker, der tagesfrischen Vollmilch, über Buttermilch, Joghurt, Quark, Butter und die beliebten Milchdrinks. Im Sommer besonders gefragt: der Hemme-Milch-Eiskaffee. Jetzt hat Hemme mit seinem Team wieder ein neues Produkt entwickelt, den „Hemme Milch High Protein Kaffee Toffee-Karamell“.
Doch jetzt stehen Veränderungen an. Nach mehr als 25 Jahren gibt Gunnar Hemme einen Teil Verantwortung für sein Unternehmen ab, die er in all den Jahren trotz des gewachsenen Unternehmens mit mehreren Standbeinen allein geschultert hatte. Das zehrt nicht nur an den Kräften, sondern lässt auch weniger Raum für neue Ideen und Innovationen, zumal der hart umkämpfte Landwirtschafts- und Lebensmittelmarkt, die konkurrierende Milchindustrie, die überbordende Bürokratie und steigende Kosten dem Mittelstand immer mehr zusetzen. Da ist Hemme keine Ausnahme.
Hemme Milch in Angermünde bekommt neue Geschäftsführerin
Seit Kurzem hat Hemme-Milch deshalb einen neuen Geschäftsführer, genauer gesagt eine zweite Geschäftsführerin: Gunnar Hemmes Nichte Ilsabe Hemme. Es bleibt in der Familie.
Mit der geteilten Verantwortung einer doppelten Geschäftsführung ist neben der Möglichkeit einer Vertretung auch eine Aufgabenteilung verbunden, erklärt Gunnar Hemme. Er selbst wird sich hauptsächlich um Produktionsprozesse und deren reibungslose Abläufe sowie um die Finanzen und die Planung kümmern. Seine Nichte und frisch gebackene Co-Chefin Ilsabe Hemme, die vorher in einer großen Molkerei im Allgäu arbeitete, verantwortet bei Hemme Milch nun den Bereich Markenentwicklung, Marketing und Vertrieb. Sie ist mit ihrer Familie nach Angermünde in den benachbarten Ortsteil Zuchenberg gezogen, nur einen Steinwurf vom Hof entfernt.
Neue Attraktionen für Familien
Auch auf dem Hof gibt es einige Neuerungen. Während die Änderung der Geschäftsführung für Kunden kaum sichtbar ist, können sie auf dem Hemme-Hof in Schmargendorf Neuerungen selbst erleben. „Wir sind ein beliebtes Ausflugsziel an Wochenenden und in den Ferien geworden, vor allem für Familien. Darauf wollen wir uns noch stärker ausrichten“, freut sich Gunnar Hemme und hat dafür in den vergangenen Jahren auch viel Geld und Herzblut investiert.
Hemme Milch in Angermünde wird Erlebnishof für Familien
Neben dem gläsernen Milchcafé mit Sommergarten sind ein Rundweg und ein Archehof mit alten Haustierrassen entstanden. Im Bauerngarten wachsen alte Sorten, die man kennenlernen, beschnuppern und deren Früchte man naschen kann. Ein großer Outdoor-Spielbereich mit Matschküche, Buddelberg, Heu-Stall und Aussichtsturm begeistert Kinder.
Alle Angebote sind kostenfrei. Neu hinzugekommen ist in diesem Sommer ein großer Sprunghügel, eine Art Riesen-Hüpfball für Kinder.
Die größte Attraktion für Familien ist jedoch das Mais-Labyrinth, das jetzt Anfang August eröffnet wurde. Durch den vier Hektar großen Dschungel schlängeln sich zahlreiche Pfade inmitten der drei Meter hohen Maispflanzen. Wo sie hinführen, ins Nichts, zurück an den Anfang oder zum Ziel, das erfährt man erst beim Laufen. Nur aus der Vogelperspektive erkennt man, dass das verwirrende Wegenetz ein Bild darstellt: einen großen Mähdrescher.
Der wurde aber nicht nachträglich in den Mais geschnitten, sondern mittels digitaler Technik und GPS schon beim Drillen der Maissaat quasi gezeichnet, erklärt Hemme. Unterwegs gibt es Stationen mit einem Quizspiel und mittendrin einen Hochsitz als Aussichtsturm, von dem aus man das Labyrinth von oben sehen kann, vorausgesetzt, man findet den Turm. Das Mais-Labyrinth ist bis etwa Mitte Oktober geöffnet.
„Das Hauptziel des Erlebnishofes ist es, Menschen einzuladen, moderne Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung und gesunde Kreisläufe vor Ort zu erleben, Respekt vor der Arbeit und den Produkten zu spüren und mit einem positiven Bild von der Uckermark und von Hemme Milch im Herzen in den Prenzlauer Berg oder sonst wohin zurückzukehren“, beschreibt Gunnar Hemme sein Anliegen.




